Verfasst von: Ben Zimmermann | 20. August 2008

„Ich klingel einfach nochmal durch.“

„Gerne, bin erreichbar.“

Welche Einflüsse hat es auf die Lebensqualität, andauernd erreichbar zu sein. Fühlen sich die Menschen dadurch primär in einer engeren Verbindung zu ihren beruflichen Kontakten und zu ihren Freunden. Oder ist es eher nervenaufreibend und eigentlich überflüssig, immer auf Abruf zu sein?

Anfangs 2002 konnte eine Studie des Marktforschungsunternehmens GfK noch Ergebnisse vorweisen, die auf die erste Tendenz hinweisen. Heise berichtete im März 2002 (Genauere Studienergebnisse habe ich leider nicht mehr gefunden).

Aber meinem Gefühl nach steigt auch die entgegengesetzte Meinung. Warum immer erreichbar sein? Für jede Lapalie wird man angerufen? Andauernd muss man damit rechnen unterbrochen zu werden, im direkten Gespräch, beim Einkauf, beim Mittagessen.

Keine Frage: Es gibt eine Gegenbewegung zum Wunsch in ständiger Erreichbarkeit zu leben. Bei Golem.de einer Seite für IT-News fand ich diesen Beitrag aus dem Jahr 2005, der darauf hinweist, dass das Handy uns auch dazu nötigt, sich dafür zu entschuldigen, falls man mal nicht erreichbar war. Das gilt besonders für private Beziehungen. Das Handy ist so ein Instrument, das eine Kontrollfunktion beinhaltet und der Spontanität und Freiheit des Anrufers gehörig den Spass verderben kann.

Mittlerweile wird der Ruf immer lauter danach, keine Klingeltöne anderer mehr hören zu müssen und auch das ehemals fantastische, weil nicht gekannte Gefühl sich vom eigenen Aufenthaltsort aus mit Menschen auf anderen Kontinenten jederzeit „total spontan“ unterhalten zu können, relativiert sich.

Ein Blick in die Zukunft: Bald wird es zur Lebensqualität, nicht erreichbar zu sein. Es wird ein Aspekt der Wahl des Urlaubsortes sein, dass dort kein Netz verfügbar ist. Es wird ICEs mit Handy-Erlaubnis und solche mit Verbot geben. Das gleiche gilt für Kneipen, Restaurants, Strände, Supermärkte usw.


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