So möchte ich einmal das Angebot benennen, von dem ich kürzlich erfuhr. Es handelt sich um die Möglichkeit, die Beetparzelle eines Ackerstückes zwischen Mai und der Erntezeit eines Jahres zu mieten. Ein Kölner Bauernhof bietet seit einigen Jahren an der Stadtperipherie zwei Gebiete an, auf denen man sich 50qm oder 100qm große Ackerparzellen mieten kann.
Es scheint mir, dass viele Leute die Lebensqualität der urbanen Wohnlage bevorzugen und doch spüren, dass ihnen etwas fehlt. Kurze Wege zum Einkaufen und Shoppen, zu Vergnügungs- und Freizeitangeboten und eine Reihe von Restaurants, Bars und Kneipen sind doch nicht alles, was das Herz des Städters begehrt. Er möchte trotz der städtischen Wohnlage ein wenig Natur und urspünglichen Lebensstil kultivieren – Bio einkaufen reicht nicht mehr. Und „ackern“ muss der Städter ein wenig, wenn er sein Gartenglück auf den Parzellen finden möchte, auf denen er unterschiedliche Gemüse und Salatsorten anbauen kann. Mindestens einmal die Woche heißt es dann nach dem jungen Gemüse schauen, Unkraut jäten und – hoffentlich – etwas Schmackhaftes für die kommende Arbeitswoche mitnehmen.
Das heißt, der Mensch versucht auf diese Weise seine Lebensqualität im Hinblick auf die beiden unvereinbaren Gegensätze ländlich-städtisch zu vervollkommen, indem er sie miteinander versöhnt. „Gartenglück“ ist dabei nicht nur ein qualitatives Angebot, das erlaubt in der Stadt ein Rückzuggebiet Natur zu etablieren, es weckt auch im Stadtmenschen einen Wunsch, von dem er bis dato nichts wußte.