„Ich habe keine Zeit“, „Ich brauche mal Zeit für mich“ und „Zeit zum Entspannen“ sind nur einige der typischen Zeit-Aussagen, die man immer wieder trifft. Sie zeigen sehr deutlich, zu was für einem knappen Gut die vom Menschen erfundene Zeiteinteilung geworden ist. Im Berufsleben ist es noch deutlicher: Deadlines, Timings und Zeitfenster sorgen für eine Strukturierung des Tages in einzelne Abschnitte. Effiziente Zeitnutzung etwa beschreibt ein möglichst hohes Arbeitsergebnis bei möglichst niedrigem Zeitaufwand.
Wer einmal am frühen Morgen auf einen innerdeutschen Linienflug gewartet hat, weiß, was „Zeitmanagement“ und „Nutzung des Zeitfensters“ bedeutet: Manager zögern bis zur letzten Sekunde ihr Blackberry auszuschalten, auf ihren Gesichtern deutet sich konstanter Stress ab und die Angst während der 45 Minuten Nichterreichbarkeit eine wichtige Nachricht zu verpassen. In einstündigen Besprechungen ist es inzwischen üblich, dass die Beteiligten mindestens mobil E-Mails schreiben und sich auch gerne mal entschuldigen, um ein Telefonat zu führen.
Mit Qualität hat diese Nutzung der Zeit wenig zu tun. Als großer Freund der jüngsten technischen Entwicklungen, wozu auch das mobile Internet gehört, will ich Blackberry, iPhone und Co sicherlich nicht verteufeln. Aber genauso wie beim Fernsehen und dem Internet kommt es auf die richtige Nutzung des Mediums an. Das ist ja nicht Neues: Das Handy sollte auch mal aus bleiben. Wenn man nicht erreichbar ist, ruft man eben am nächsten Tag zurück. Und eine E-Mail muss nicht innerhalb von 5 Minuten beantwortet werden.
Mit effizienter Zeitnutzung hat so etwas nämlich wenig zu tun. Es ist wie beim Langstreckenlauf: wer am Anfang lossprintet, kommt am Ende nicht ins Ziel.
Wer sich mal die Zeit nimmt auf alle Kommunikationsmittel zu verzichten, der wird auch ein vieles mehr an Erholung erleben. Glaubt man erst, wenn man es gemacht hat.
Und soviel verpasst man in ein paar Stunden ja auch nicht. Insofern volle Zustimmung…
Von: nilsn am 4. Juli 2008
um 14:26
Eben. Die Mails und verpassten Anrufe kann man auch gut am nächsten Tag beantworten. Aber ich spuck hier große Töne: tue mich immer noch schwer damit einfach mal den Rechner auszulassen und das Telefon lautlos zu stellen.
Von: Nicolas Kittner am 4. Juli 2008
um 15:10
Bis morgen abend bleibt mein Rechner aus. Und wenn ich ganz verrückt drauf bin, dann morgen Abend auch
Von: Ben Zimmermann am 5. Juli 2008
um 11:23