Verfasst von: Ben Zimmermann | 2. Juli 2008

Stadtqualität

Nick findet also Hamburg als Wohnort super, das haben wir gestern gelesen. Das Beratungsunternehmen Mercer hat vor einigen Jahren erkannt, wie stark sich die Menschen mit der Stadt identifizieren, in der sie arbeiten, um zu leben, leben, um zu arbeiten oder arbeiten, um zu arbeiten.

Daher messen sie die Lebensqualität in Lebensräumen, auch in Großstädten und Regionen von vier Wirtschaftsräumen. Das ist zugegeben sehr subjektiv, da wohl jeder unter „Leben“, „Qualität“ und erst recht „Lebensqualität“ etwas anderes versteht. Aber es gibt uns einen Maßstab, anhand dem wir unsere Heimatstadt einordnen können. Daher kommt die Studie gut an und hat die Aufmerksamkeit der überregionalen Zeitungen wie z.B. WELT (von diesme Jahr) und der Top-Zeitschriften wie z.B. SPIEGEL Online (von 2007).

Wie es mit der Hamburger Lebensqualität aussieht, ist schwer zu erkennen. Unter den qualitativsten Städten sind die deutschen Metropolen München, Düsseldorf, Frankfurt, Berlin und Nürnberg. Hamburg erscheint dafür bei den sichersten Metropolen auf Rang 41, noch hinter Ljubljana übrigens.

Aber was haben die Mercer-Berater für Kriterien angelegt? Die ersten beiden Kriterien, die bewertet werden, sind „Political and social environment“ worunter die Punkte politische Stabilität, Verbrechen, Gesetzt und Gesetzesvollstreckung fallen und „Economic environment“, worunter Währungssicherheit, Bankwesen und Dienstleistungen subsumiert sind. Sehr sachlich, um nichtssagend zu vermeiden. Ich orientiere mich dann doch an anderen Faktoren, um die Lebensqualität einer Stadt zu erkennen: Liegt sie am Meer, lädt die Stimmung in der Stadt dazu ein, die Lebensqualität auch zu geniessen, hat sie sich bei allem modernen Anstrich traditionelle Seiten bewahrt?

Fazit: Mercer hat Kriterien gesucht, die messbar sind und setzt sachlich konstruiert ein „Benchmark“ mit seiner Wertung. Doch gerade bei der bewegenden Frage, ob an einem Wohnort das Gefühl von Heimat und Wohlfühlen aufkommt, spielt Messbares keine Rolle. Sonst hieße es ja nicht, dass wir uns wohlfühlen sondern dass wir uns wohldenken.


Antworten

  1. [...] Ben hat vor zwei Tagen eine Studie von Mercer kritisch betrachtet, die Stadtqualität lediglich anhand quantifizierbarer Größen messen. Subjektive Kriterien wie [...]


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