Verfasst von: Ben Zimmermann | 28. Juni 2008

Meat & Great

Fliegen wir vom gestrig anvisierten Malawi direkt über den großen Teich nach Amerika und schauen uns die momentane Diskussion über Fleischqualität näher an. Der britische Sozialwissenschaftler Raj Patel stellt in seinem Blog die Qualität des in Amerika erzeugten und verbrauchten Fleisches in Frage. Motiviert von journalistischen Artikeln, unter anderem in der New York Times, erklärt er seine momentane Abneigung und fehlende „Fleischeslust“.

Fakten: In Amerika haben nur drei von 10 Menschen KEIN Übergewicht. Fleisch ist ein Luxusgut, das wie Kraftstoff und Alokohol insbesondere in dicht bevölkerten und wohlhabenden Staaten, in denen das Bruttosozialprodukt entsprechend hoch ist, konsumiert wird. Weltweit stieg der Fleischkonsum von 71 Mio. Tonnen im Jahr 1961 auf 284 Mio. Tonnen in 2007. Sogar jemand, der wie ich relativ unpolitisch beim Genuss von Grillpartys und gemütlichen Kochabenden Fleisch verzehrt, stellt sich die Frage: Wo kommt das ganze Zeug her? UND Brauche ich es wirklich?

Wer die erste Frage sich im Alltag vor der Kühltheke – oder doch besser beim Metzger des Vertrauens – beantworten möchte, dem gibt die Verbraucherzentrale Hessen gute Infos auf ihrem Portal. Dort findet man auch die Gütesiegel, auf die man je nach Region und Fleischsorte achten sollte.

Die zweite Frage muss jeder für sich beantworten. Ich denke, dass ich mir nicht durch die Höhe meines Fleischkonsums aufzeigen muss, wie gut ich lebe. Täglich Fleisch zu essen, entwertet es. Nicht nur weil es nicht mehr ein seltener und daher umso mehr geschätzter Genuss ist. Sondern weil Fleischproduzenten bei solch hohem Bedarf darauf aus sind, möglichst große Mengen zu einem immer geringeren Preis anzubieten. Dieser Anspruch der Fleischhersteller, die Qualität des eigenen Produktes auf dem Feld des Preis-Leistungsverhältnis zu verbessern, lässt paradoxerweise die Fleischqualität insgesamt geringer werden. Denn einige schwarze Schafe, die Billigprodukte anbieten und so für unrühmlichen Skandale sorgen, schaden dem Image der ganzen Branche. Der Verbraucher, der bereit ist für sein Fleisch 20% mehr Geld auszugeben, wirkt dem entgegen.

Guten Hunger!      


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