Ein kurzer Ausflug in die Etymologie von Qualität zeigt uns, dass der Begriff seine Ursprünge im lateinischen qualitas (Beschaffenheit, Verhältnis, Eigenschaft) und qualis (wie beschaffen) hat. Von den Einflüssen aus der französischen Sprache sei hier einmal abgesehen.
In welchen Zusammenhängen wird Qualität im Spätmittelalter in der deutschen Sprache verwendet? Das „Etymologische Wörterbuch des Deutschen“ (2. Auflage, durchgesehen und ergänzt von Wolfgang Pfeifer, 1993) gibt Auskunft darüber: “Der Ausdruck gilt zunächst in der Heilkunde (Temperamentenlehre) [...], gewinnt danach (17. Jh.) bes. Gewicht in der Kaufmannssprache) [...].“ Damit ist zwar der Ursprung von Qualität in der Beschreibung menschlicher Eigenschaften verortet. Seinen Siegeszug tritt der Begriff aber anscheinend ausgehend von der Kaufmanns- und Handelssprache an, um unterschiedliche Wareneigenschaften und -werte zu bestimmen.
Das Adjektiv qualitativ prägt sich erst im 19. Jh. stärker aus als „der Beschaffenheit, dem Werte nach, die Qualität betreffend“. Den Impuls dafür gibt wahrscheinlich das im 19. Jh. sich angesichts des Industriellen Zeitlaters sich auf die einzelnen Handels- und Produktionsbereiche sich ausweitende industrielle Denken. Waren und ihre Güteklasse müssen jetzt unterschieden, bezeichnet, klassifiziert werden.
In der heute gängigen Sprache wird Qualität dann auch meistens in diesem Sinne für Waren und Produkte verwendet. Hingegen begegnet uns die Wendung „Er hat seine Qualitäten.“ bezogen auf Fähigkeiten oder positive Eigenschaften eines Menschen äußerst selten. Der Begriff hat sich von seiner Ursprungsbedeutung in der Heilkunde weitgehend abgelöst.
Darf ich ein „u“ für deine erste Zeile nachreichen?
Von: buchstaeblich am 1. Juli 2008
um 16:03